Theaterklasse 5
Generell wärmen wir uns in jeder Schulstunde mit Körper- und Stimm- und Konzentrationsübungen auf. Dann beschäftigen wir uns mit einem bestimmten Darstellungsthema, z.B. Gedichtvortrag, Pantomime, Gefühle o.ä. Schließlich werden in Kleingruppen zu diesem Thema kleine Szenen erarbeitet, die wir uns dann gegenseitig vorführen.

 

Das Schuljahr 2021/22:

Miteinander -Spielen in der Theaterklasse

Es ist schon ein bisschen verwirrend, in so einer Theaterklasse Schüler zu sein: erst sagen einem alle, dass man doch soo lustig und phantasievoll ist und  man deswegen unbedingt auf die Bühne gehört, aber  dann…  sind da noch 27 andere Schüler, die auch sehr lustig sind und unbedingt auch alle auf die Bühne wollen, und denen soll man jetzt  erst mal zuschauen. Oder man soll Sprechübungen machen – ja bitte , ganz laut, mindestens rufen oder tönen und wenigstens so ,dass sich gleich ein Lehrer aus der Nachbarklasse über den Lärm beschweren kommt  –  aber nein, doch nicht sofort und auch nicht wild durcheinander, sondern der Reihe nach,  erst nach diesen verflixten 27 Mitschülern, die ja auch sooo laut sein können, fast so laut wie man selber. Und dann muss man alles auch noch selber machen: immer wieder Szenen erfinden  –  pantomimisch, mit Gefühl, als Tier, Märchenfigur oder in Zeitlupe.  Ja, die Ideen sprudeln nur so in der Kleingruppe - aber halt,  da sind ja noch leider mindestens fünf andere in dieser Gruppe, die  –  man ahnt es schon  –  auch so tolle Ideen haben. Mit denen muss man sich jetzt irgendwie einigen, womöglich seine beste Idee verwerfen und vielleicht nur eine  unwichtige Nebenfigur spielen, um in der vorgegebenen Zeit fertig zu werden und vorführen zu können.  Ach je, wenn nur diese anderen nicht ständig  da wären!!

In den letzten zwei Jahren hatten die Fünftklässler ihre Mitschüler ja kaum wahrgenommen: da waren die oft  zuhause in ihren „Homeschooling-Homes“ oder hinter schwarzen Bildschirmen beim Online-Unterricht versteckt.  Dieses Jahr haben sie nun die geballte Ladung abgekriegt: Theater und Mitschüler – „Mittelpunkt sein“ und „Miteinander spielen“.  Der Mitschüler ist im wahrsten Sinne des Wortes wieder greifbar geworden:  Man darf ihm nun beim Körperaufwärmen wieder den Rücken abklopfen und mit ihm als Esel und Hund „ Bremer Stadtmusikanten“  darstellen. Man muss nicht mehr hinter einer Maske verschiedene Gefühlsdarstellungen erraten, sondern kann seine Mimik unmittelbar zeigen. Und man konnte auch begreifen, dass das im Theater unbedingt zusammengehört: der Darsteller und sein Zuschauer, die Stille und der Gefühlsausbruch und dass eine Szene sich nur im Vertrauen aufeinander und im  achtsamen Zusammenspiel entfalten kann.

Vielleicht haben sich die Schüler  ja auch deshalb als Abschluss dieser Theaterklasse  das Thema „25 Jahre Zauberschule“  erdacht:  eine Schule in der es anlässlich des 25jährigen Jubiläums noch viel abenteuerlicher zugeht, als bei ihnen selbst.  Das fängt schon beim Direktor an, der so viel Lampenfieber vor seiner Rede hat, dass er sich im Klohäuschen einschließt, und geht über Zauberschüler, die sich aus Neid ihre Darbietungen verhexen, bis zu Gästen wie Harry Potter, die sich gerade in wilden Kämpfen befinden. Auch in dieser Schule ist das Miteinander ein nicht leicht zu bewältigendes Terrain.  Aber dank diverser Zaubersprüche geht doch noch alles gut aus  –  so wie in unserer Theaterklasse auch, die sehr  viel gelernt hat in diesem ersten Jahr  –  wenn nicht für die Schule oder Theater, dann zumindest fürs Miteinander-Leben und das ist doch das Wichtigste oder?!

Angelika Machac (Theaterpädagogin)

.

Probenfotos zu Weihnachtsmärchen 2021:

 

"Die etwas anderen Bremer Stadtmusikanten"

 

 

Rotkäppchen wundert sich über ihre Großmutter

Die Jäger schauen nach der Großmutter

Ein frierendes Häschen klopft bei Wanja in der Nacht.

Der Froschkönig wartet auf seinen Auftritt.

Im Krimi wird ein Opfer entdeckt.

Im Krimi erscheint die Polizei.

 

 

Zum Seitenanfang