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JF Konzept Kopf

 

I Idee und Zielsetzung

Schülerinnen und Schüler, die besonders schnell und motiviert und besonders flexibel und vernetzend denken und lernen können, sollen die Gelegenheit erhalten, ihren (manchmal etwas ungewöhnlichen) Interessen unter der Begleitung durch Lehrkräfte nachzugehen und sich neue Betätigungsfelder zu erschließen. Sie sollen ihre Freude am Lernen und Entdecken ungebremst ausleben dürfen (z. B. Mädchen in Naturwissenschaften) sowie erleben, dass ihre Fähigkeiten, die nicht selten im täglichen Unterricht nicht richtig zum Tragen kommen, hoch geschätzt und unterstützt werden.

Sie sollen stolz auf ihre Fähigkeiten sein,
erkennen, dass besondere Begabung auch besondere Verantwortung bedeutet,
und für ihre Mitschüler ein Vorbild an Leistungsbereitschaft darstellen.

 

Leitlinien

  • Freiräume lassen – Individualität respektieren!
    z.B. viele Wahlmöglichkeiten anbieten (Projekte/ Experimentieren/ Pluskurs)
  • Profile schärfen         
    Individuelle Interessen und Fähigkeiten erkennen, entwickeln und unterstützen.
  • „Hafen“ im Schulalltag bieten
    Soziales Lernen (z.B. bei gemeinsamen (Freizeit-) Aktivitäten) zunächst in der Kleingruppe.
    Wenig Gruppen-/ Lehrerwechsel – allerdings Einblicke in jeweils andere Gruppe.

 

Learning to know, learning to do, learning to live together and learning to be
(UNESCO – Delors-Bericht)

We wish to raise a gifted student to a talented student, we wish to raise a happy person!”
(Prof. Kirsi Tirri, Helsinki)

 

 

II Die Jungen Forscher

 

Rahmenbedingungen

 

Fächerübergreifende Stunden und ein Tagesausflug pro Halbjahr (Münchner Wissenschaftstage; Kultur in der Region)

Verschiedene Gruppen (altersgemischt), unter denen (behutsam!) gewechselt werden kann (Entwicklung spezifischer Interessen, zunehmendes Alter der Teilnehmer)
Evtl. Einbindung von „Jugend forscht“, Wochenendveranstaltungen (z. B. TUM/Masterclasses/NanoTruck), „Gast“-Lehrkräften, außerschulischen Experten, Angebote von Universitäten

Selbstdarstellung z. B. Ausstellung / Experimentiershow in der Pause/ Aktionstag für andere Schüler

Steigender Anspruch mit der Dauer der Teilnahme.

Ein mit der Gruppe erarbeitetes Leitbild bestimmt das Selbstbild und den „Ehrenkodex“ der Teilnehmer.

Organisation:           
2-wöchig 2-stündig am Nachmittag + 1 Tagesausflug à Halbjahr
(flexibel: evtl. auch einmal ein längerer Nachmittagsausflug statt 2 mal Nachmittagsstunden)

Teilnehmer:               
Die Klassenkonferenz am Schuljahresende und zum Halbjahr oder der Schulpsychologe beantragen, wer neu aufgenommen oder abgewiesen werden soll. 5.-Klässler werden auch zum Halbjahr aufgenommen. Teilnehmer der Jungen Forscher haben auch Vorschlagsrecht.

Es wird Wert auf ausgewogenes/ objektives Geschlechterverhältnis gelegt.

Auswahl:                    
Beauftragte für die Experten, Schulpsychologe, Schulleitung          
Kriterien sind intellektuelle Fähigkeiten (Einschätzung durch Lehrkräfte), schulische Leistungen (v.a. Noten; evtl. besonderes Engagement) oder evtl. Gutachten (Hochbegabte)

 

Organisationsstruktur

Themenbereich Naturwissenschaften (max. 10 Teilnehmer)

Projektarbeiten mit Schwerpunkt auf sichtbaren Ergebnissen (Ausstellung, Vortrag, Aufführung, …) – auch Begleitung eigenständiger länger dauernder Arbeiten

Grundidee:            „Projekte eignen sich besonders für die Begabtenförderung“ (ISB S. 135)         
ganzheitliche individuelle Förderung (Selbständigkeit, Interessenförderung, Persönlichkeits-entwicklung)
steigender Anspruch der individuellen Ziele und der Übernahme von Verantwortung für die Gruppe.

Teilnehmer:          Schüler, die gerne fächerübergreifend handlungsorientiert und selbständig arbeiten.

Themenbereich Geisteswissenschaften und Politik (je ca. 10 Teilnehmer)

Recherchen, Präsentationen, Diskussionen… zu verschiedenen Themen z.B. der Archäologie, Literatur, Ethik.

Grundidee:            Erwerb neuer, hoher fachlicher Kompetenzen aus verschiedenen Wissenschaften

Teilnehmer:          Schüler, die gerne anhand von Literatur arbeiten und tief in ein Thema einsteigen möchten

Themenbereich Fremdsprachen (ca. 10 Teilnehmer)

Recherchen, Dokumentationen… zu: Planung einer Reise in ein „fernes“ Land einschließlich eines Einblicks in Kultur und Sprache dieses Landes.

Grundidee:            Erwerb von Wissen über Landeskunde und von Spracherwerbskompetenz

Teilnehmer:          Schüler, die gerne selbständig recherchieren und sich für andere Kulturen begeistern.

Pluskurs Robotik (2 Kurse à ca. 10 Teilnehmer)

Programmierung von LEGO-Mindstorm-Robotern (im Besitz der Schule)

Grundidee:            Learning by doing. Befähigung zu planvollem Handeln und zur Kommunikation eigener Ideen, Qualifikation der Schüler zur Teilnahme an LEGO-Wettbewerben

Teilnehmer:          Schüler, die gerne abstrakt denken, am Computer arbeiten und technisch interessiert sind.

 

 

III Koordinierung bestehender und zu entwickelnder Aktivitäten

Der Beauftragte für die Begabtenförderung koordiniert inner- und außerschulische Angebote und Aktivitäten (auch einzelner Schüler), überprüft die Qualität der Umsetzung des Konzepts und entwickelt es weiter. Er dient als Ansprechpartner für besonders begabte Schüler sowie deren Eltern und Lehrkräfte.

 

IV Aktueller Stand der Umsetzung und Perspektiven

Am Gymnasium Raubling wurde im Schuljahr 2010/11 das Konzept der „Experten“-Gruppen eingeführt und seitdem kontinuierlich weiterentwickelt. Im Schuljahr 2013/14 wurden die Gruppen in „Junge Forscher“ umbenannt und ein Leitbild mit den Schülern der Begabtenförderung entworfen. Die Begabtenförderung wird am Gymnasium Raubling von den Schülern begeistert angenommen und von Eltern und Lehrern vor allem wegen seiner pädagogischen Komponente sehr honoriert. Derzeit existieren fünf Gruppen, die aufgrund des intensiven Betreuungsbedarfs bei der erwünschten Individualisierung auch nötig sind, um alle Schüler aufnehmen zu können, die geeignet sind für diese Art der Förderung.

Die außerschulischen Angebote zur Förderung besonders hoch Begabter sind seit einiger Zeit erfreulich umfangreich. Da die Schüler unserer Schule diese Angebote gerne annehmen, bedeutet es einen nicht zu unterschätzenden Aufwand, den Überblick zu behalten, die Aktivitäten der einzelnen Schüler zu organisieren und sie zu koordinieren. Deshalb benötigt der Beauftragte für die Begabtenförderung genügend zeitliche Ressourcen, um seine Aufgabe voll umfassend ausfüllen zu können.

Als unmittelbare Weiterentwicklung bzw. weitere Umsetzung des Konzepts sind für die nächsten Jahre angedacht:

Weitere Ideen für die fernere Zukunft:

 

 


Quellen:

 „Das Hector-Seminar. Ein wissenschaftlich evaluiertes Modell der Begabtenförderung im MINT-Bereich“, LMU/ Uni Ulm, LIT Verlag 2009

ISB-Handreichung: „Besondere Begabungen an weiterführenden Schulen finden und fördern“ (2011)

 

Ansprechpartnerin für die Begabtenförderung: Karin Wasserburger (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!)