I Idee und Zielsetzung

Schülerinnen und Schüler, die besonders schnell und motiviert und besonders flexibel und vernetzend denken und lernen können, sollen die Gelegenheit erhalten, ihren (manchmal etwas ungewöhnlichen) Interessen unter der Begleitung durch Lehrkräfte nachzugehen und sich neue Betätigungsfelder zu erschließen. Sie sollen ihre Freude am Lernen und Entdecken ungebremst ausleben dürfen (z.B. Mädchen in Naturwissenschaften) sowie erleben, dass ihre Fähigkeiten, die nicht selten im täglichen Unterricht nicht richtig zum Tragen kommen, hoch geschätzt und unterstützt werden.

Sie sollen stolz auf ihre Fähigkeiten sein,
erkennen, dass besondere Begabung auch besondere Verantwortung bedeutet,
und für ihre Mitschüler ein Vorbild an Leistungsbereitschaft darstellen.

 

Leitlinien

  • Freiräume lassen – Individualität respektieren!
    z.B. viele Wahlmöglichkeiten anbieten (Projekte/ Experimentieren/ Pluskurs)
  • Profile schärfen         
    Individuelle Interessen und Fähigkeiten erkennen, entwickeln und unterstützen.
  • „Hafen“ im Schulalltag bieten
    Soziales Lernen (z.B. bei gemeinsamen (Freizeit-) Aktivitäten) zunächst in der Kleingruppe.
    Wenig Gruppen-/ Lehrerwechsel – allerdings Einblicke in jeweils andere Gruppe.

 

 

 

 

II Die „Experten“

 

Rahmenbedingungen

Fächerübergreifende Intensivierungsstunden und ein Tagesausflug pro Halbjahr (z.B. Schoollab; Tag der offenen Tür an der Uni; „Kulturtag“)

Verschiedene Gruppen, unter denen (behutsam!) gewechselt werden kann (Entwicklung spezifischer Interessen, zunehmendes Alter der Teilnehmer)

Evtl. Einbindung von „Jugend forscht“, Wochenendveranstaltungen (z.B. TUM/ Masterclasses/ NanoTruck), „Gast“-Lehrkräften, außerschulischen Experten

Selbstdarstellung z.B. in Jugend forscht/ Ausstellung/ Schülerzeitung/ eigene „Expertenzeitung“ oder –seite.

Steigender Anspruch mit der Dauer der Teilnahme.

Umfang:                     1 Intensivierungsstunde für max. 10-12 Teilnehmer (= 3-4 à Jahrgangsstufe)

Organisation:             2-wöchig 2-stündig am Nachmittag + 1 Tagesausflug à Halbjahr

 

Teilnehmer:                Die Klassenkonferenz am Schuljahresende und zum Halbjahr oder der Schulpsychologe beantragen, wer neu aufgenommen oder abgewiesen werden soll.

Es wird Wert auf ausgewogenes/ objektives Geschlechterverhältnis gelegt.

Jury:                             Beauftragte für die Experten, Schulpsychologe, Schulleitung          
Kriterien sind intellektuelle Fähigkeiten (Einschätzung durch Lehrkräfte), schulische Leistungen (v.a. Noten; evtl. besonderes Engagement) oder evtl. Gutachten (Hochbegabte)

 

Organisationsstruktur

Die     Exp – Experten (Jahrgangsstufen 5/2. Halbjahr – 7/8, 10-12 Teilnehmer)

Experimentierkurs – Naturwissenschaften, der zur Teilnahme an Wettbewerben und den (älteren) Experten überführt.

Grundidee:            Befähigung zu eigenständigem (natur-) wissenschaftlichen Denken und Arbeiten (vgl. Hector-Seminar)

Teilnehmer:          Schüler, die neu zu den Experten stoßen und/ oder großes Interesse an experimentellem Arbeiten zeigen und/ oder z.B. das Potential für „Jugend forscht“ oder ähnliche (naturwiss.) Wettbewerbe haben.

 

Die    Pro – Experten (Jahrgangsstufen 5/2. Halbjahr – 10, 10-12 Teilnehmer)

Projektarbeiten mit Schwerpunkt auf sichtbaren Ergebnissen (Ausstellung, Vortrag, Aufführung, …) (vgl. ISB-Handreichung) – auch Begleitung eigenständiger länger dauernder Arbeiten

Grundidee:            ganzheitliche individuelle Förderung (Selbständigkeit, Interessenförderung, Persönlichkeits-entwicklung)
steigender Anspruch durch schrittweise Erweiterung der Zuhörerschaft/ Übernahme neuer Aufgaben

Teilnehmer:          Schüler, die bereits spezifische Interessen herausgebildet haben bzw. gerne fächerübergreifend handlungsorientiert und selbständig und selbstverantwortlich arbeiten.

 

Die    The – Experten (Jahrgangsstufen 8-10/11, 10-12 Teilnehmer)

Pluskurse zu verschiedenen Themen (MINT, Geisteswissensch.) – eher theoretisch/ intellektuell ausgerichtet. (Wiederaufleben von „Pluskurs Mathematik/ Astronomie“, Einbinden der leistungsstarken Gruppen der Intensivierungsstunden)

Grundidee:            Erwerb neuer, hoher fachlicher Kompetenzen aus verschiedenen Wissenschaften (Gastlehrkräfte)

Teilnehmer:          Schüler, die bereits spezifische Interessen herausgebildet haben bzw. gerne fächerübergreifend handlungsorientiert und selbständig und selbstverantwortlich arbeiten.

 

Seminar „Führungsqualifikationen“ (Jahrgangsstufe 10/11 oder 10/12 , 10-12 Teilnehmer)

Intensivierungsstundenmodule  zu verschiedenen Aspekten von Führungsqualifikationen/ Projektmanagement
z.B.: Theorie der Teambildungsprozesse, Zeitplanung, Selbstbewusstsein und –darstellung, Lenken und leiten…

ACHTUNG:         Abgrenzung gegen Inhalte des P-Seminars in der 11. Klasse nötig        
oder Vorlauf für „3-jähriges P-Seminar“: Entwurf von Thema und Konzept innerhalb des Seminars

Evtl. Hinführung zu Ferienakademien verschiedener Arten. Evtl. auf englisch.

Teilnehmer:          Bewerbung während der 9. Klasse
z.B. über Kurzaufsatz: Warum möchte ich es machen? Habe ich Vorerfahrung? Leistungen im 1. HJ

Jury:                       Klassenleiter der 9. Klasse (falls Auswahl überhaupt nötig)
oder im Probelauf: Leistungen im 1. HJ entscheiden

 

 

 

 

III Koordinierung bestehender und neuer Aktivitäten

  • Experten und Seminar „Führungsqualifikationen“ (s. II)
    Befreiung der Schüler von (Intensivierungs-) Stunden – wenn die Schüler wollen und weitgehend gute Leistungen vorliegen (Zustimmung von Eltern UND Lehrkraft)
  • Einsatz sehr guter Schüler als Assistenzlehrer – auch während Unterrichtsstunden.                          
    Teilnahmezertifikat/ Anrechnung als Blockpraktikum
  • Teilnahme von Schülern am Unterricht höherer Klassen in einzelnen Fächern/Stunden
  • Schulleben – GRaNIt, Opern- und Konzertfahrten, Frühjahrsbuchwochen, …
  • Spezielle schulische und außerschulische Angebote:        
    Sprachdiplom DELF/ CAE, Auslandsjahr, Wettbewerbe (Bundeswettbewerb Fremdsprachen/ MINT-Fächer), Seminare/ Akademien (Young Leaders, Eurostudent, …), Frühstudium
  • Fernstudium

 

Regelmäßige Sprechstunde eines Ansprechpartners (v.a. Jahrgangsstufe 10 - 12)

  • Schwarzes Brett, 2-3x pro Jahr Infomail an Kollegen
  • Koordination der Maßnahmen der Begabtenförderung und Beratung der Schüler
  • Informationen und Motivation zu Girls’ Day (Boys’ Day), Akademien, Camps, Uni-Aktivitäten, …
  • Informationen und Motivation für Wettbewerbe/ Jugend forscht
  • Hinführung zu/ Begleitung bei Probe- und/ oder Frühstudium (ab 10. Klasse!), Uni-Praktika
  • Hinführung zur Teilnahme an einem Facharbeitswettbewerb (hoffentlich weiter geführt für Seminararbeiten)
  • Präsentationstag für besonders gut gelungene Fach-/ Seminararbeiten ([ Tag der offenen Tür – am Schulfest?)

 

Perspektiven

  • Experten – Bei Teilnahme über mehrere Jahre Zertifikat über Inhalte
  • Expertengruppen verschiedener Schulen konkurrieren miteinander.              
    Ziel: Die Schule als Ganzes ist stolz auf seine Experten
  • Modularisierung der Intensivierungsstunden
  • Intensivierungsstunden: 1 Lehrer betreut Lerngruppen (z.B. 1 guter Schüler „betreut“ 2-3 schwächere)
  • Mentoring – gute Schüler werden schwächeren zur Seite gestellt
  • Zusammenarbeit mit TUM (Kooperations-/ Clusterschule)
  • Projekt „Unitag“ (LMU)

 

 


Quellen

 

„Das Hector-Seminar. Ein wissenschaftlich evaluiertes Modell der Begabtenförderung im MINT-Bereich“, LMU/ Uni Ulm, LIT Verlag 2009

ISB-Handreichung: „Besondere Begabungen an weiterführenden Schulen finden und fördern“ (2011)